micheel-halbheer_TB_platzspitzbaby_978-3-03763-003-7_1

Platzspitzbaby

Meine Mutter, ihre Drogen und ich

Michelle Halbheers Mutter gehört der Platzspitz-Generation an; schwerst drogenabhängig vernachlässigte und gefährdete sie nicht nur sich selber, sondern auch ihr Kind. Michelle ist knapp zehn, als sich ihre Eltern scheiden lassen und sie in die Obhut ihrer heroin- und kokainabhängigen Mutter kommt. Die folgenden Jahre werden für das Mädchen derart bedrohlich, dass es nur knapp überlebt. Das Elend dringt, auch über den besorgten Vater, immer wieder nach draußen. Aber Behörden, Ärzte, Polizeibeamte und zufällig involvierte Erwachsene bleiben untätig. Als Michelle endlich über das Unfassbare spricht, ist sie bereits ein Teenager. Sie wird umplatziert. Doch der Neuanfang bei den Pflegeeltern gerät, im dort streng religiösen Umfeld, zu einer weiteren Katastrophe. Als Michelle mit sechzehn ihr Leben selbst in die Hand nimmt, weiß sie noch immer nicht, was Normalität bedeutet. Etwas anderes jedoch weiß sie ganz genau: dass sie niemals so enden will wie ihre Mutter. Mit großer Willensanstrengung setzte die heute 28-Jährige in den folgenden Jahren um, was viele andere Kinder aus Drogenfamilien leider nicht schaffen: Sie machte eine Ausbildung und – sie blieb suchtfrei. Mit dem jetzt vorliegenden Buch will Michelle allen anderen »vergessenen Kindern«, die noch heute zu Tausenden in Suchtfamilien aufwachsen, eine Stimme geben. Ihre.

Die Originalausgabe ist als Hardcover im Jahr 2013 erschienen.

Auswahl aufheben

Michelle Halbheer

  Michelle Halbheer wuchs bei einer schwer drogenabhängigen Mutter auf, die Ende der Achtzigerjahre auf dem Zürcher Platzspitz verkehrte, der als »Needle Park« traurige internationale Berühmtheit erlangte. Ihre Kindheit überlebte die heute Dreißigjährige nur knapp. Mit ihrem Buch möchte sie auf das Schicksal der vergessenen Kinder aufmerksam machen, denn das Problem ist aktueller denn je: In Deutschland leben gegenwärtig vierzig- bis sechzigtausend Mädchen und Jungen in Familien, in denen zumindest ein Elternteil harte Drogen konsumiert. In der Schweiz spricht man von rund viertausend Kindern. Hilfe bekommen die wenigsten. Michelle Halbheer sagt: »Christiane F. wurde ihr Sohn weggenommen. Ein Glück, das viele andere Kinder nicht haben.«  

Franziska K. Müller

Franziska K. Müller ist selbständige Journalistin und Autorin. Nachdem Georg Metger sich mit dem Wunsch, seine Geschichte zu veröffentlichen, an Wörterseh gewandt hatte, war es für den Verlag schnell klar, dass sie die Richtige ist, das Unfassbare ohne Voyeurismus darzulegen und aufzuzeigen, was Angehörige von Opfern von Gewaltverbrechen auf verschiedensten Ebenen durchmachen müssen. Das jetzt vorliegende Buch ist das Resultat von langen Gesprächen und von verschiedenen Aufzeichnungen, die Georg Metger bereits gemacht hatte, um das Geschehene zu verarbeiten. Franziska K. Müller, die für Wörterseh unter anderen bereits die Bestseller »Heimatlos«, »Platzspitzbaby «, »Leben!« und »Mutanfall« geschrieben hat, lebt und arbeitet in Wien und Zürich.
Bestseller Platz

#1

Erste Auflage

2016

Seiten

224

Format

13,5 x 21,2 cm

Autor(in)

Franziska K. Müller

Medium / ISBN

Gebunden mit Schutzumschlag 978-3-03763-035-8, Taschenbuch 978-3-03763-304-5, E-Book (EPUB) 978-3-03763-542-1